Proben als Live-Stream

Technische Hintergrund

Der Chorleiter von can carmina ist IT-Unternehmer und bringt das technische Wissen mit, um Chorproben oder Auftritte in hoher Qualität zu übertragen. Auf dieser Seite erläutert er einige Hintergründe.

Aktuelles

Im Frühjahr und Sommer haben wir 20 Online-Proben hier im Radio-Stream gesendet. Wir haben dabei 474 Zuhörer gehabt und wurden 550 Stunden gehört (TLH). Damit haben wir entgegen oft genutzen Video-Konferenz-Proben ein System durchgeführt, das überzeugt durch höchste Ton-Qualität, wenig Ansprüche an die Endgeräte und vor allem: stabile Verbindungen.
Vielen Dank an alle, die uns zugehört und bestätigt haben!

Wir haben dann das Programm "Onlineprobe" beendet und den Sommer und Herbst lang in echt geprobt. Im 2. Lockdown haben wir uns nochmal weiter entwickelt.

Neue Technik!
Inzwischen gestalten wir unsere Proben mit einer kleinen Gruppe, die sich latenzfrei per JamKazam zusammenschaltet, und übertragen diesen Mix dann an alle Chormitglieder. Damit haben wir einen kleinen "echten" Chor, und alle anderen aus dem Chor singen im Radio mit. Nach vielen Experimenten zeigt sich dies als die mit Abstand beste digitale Probenmöglichkeit.

Einbahnstraße ?!

Bevor Sie sich Hoffnungen machen: Eine hochwertige Ton-Übertragung für viele Personen wird es nur als 1-Richtung Veranstaltung geben. Vergessen Sie Überlegungen, alle Chormitglieder irgendwie zusammenzuschalten. Versuchen Sie mal, am Telefon zu zweit einen Takt zu zählen, Sie werden dem anderen immer hinterher sein. Früher war alles besser, als Telefone mit Kabeln in Lichtgeschwindigkeit verbunden waren. Heute werden auch Telefonate digital und daher als Paket übertragen: Laufzeiten (Latenzen) machen gemeinsames Musizieren unmöglich.
Es gibt Sofware, die ein Zusammen-Musizieren mit minimaler Latenz ermöglicht. Eine bezahlte Lösung heißt JamKazam, eine kostenlose Variante Jamulus. Hier müssen die Teilnehmenden jedoch Hardware Voraussetzungen erfülllen:

  • LAN-Kabel-Verbindung zum Internet
  • Hochwertiges Mikrofon (ab ca. 60 EUR)
  • Hochwertigen Wandler vom analogen Mikro-Signal auf USB (ab 80 EUR)
  • Internetverbindung mit mehr als 8000 kBit

Wie geht das also ganz genau?

Der Chor can carmina hat in Proben bei gemeinsamen Singen folgendes Setup:
Wir schalten uns mit ca. 8-10 Mitgliedern per Jamkazam zusammen, das funktioniert mit sehr geringer Latenz. Diese Chormitglieder haben die oben beschriebenen Voraussetzungen.
Der so produzierte Mix wird dann per Internet-Radio an alle Mitglieder übertragen.

Video?

Nein, brauchen wir nicht. Viele nutzen ihr Handy, sollen also auf ein kleines Display schauen, und in die Noten. Wer sieht da wohl noch den Chorleiter?? Sorry. Aber eine Chorleiter-typische Interaktion mit Bewegung, Atmung, Körpersprache wird es per Youtube Video oder Zoom nicht geben. Wozu also Video?? Dann doch lieber die Top-Qualität im Internetradio.

Technischer Hintergrund

Der Anspruch unseres Chorleiters: Die Übertragung soll stabil und vor allem mit sehr guter Ton-Qualität stattfinden. Viele Anbieter (Skype & Co) komprimieren heftig, und das Streaming variiert die Qualität stark, um Verbindungsprobleme auszugleichen.
Außerdem soll das Abspielen einfach per Button oder Klick funktionieren, natürlich werbefrei und ohne Ansprüche an das Endgerät laufen, und bitte auch keine allzu schnelle Internetleitung benötigen.
Ein gemeinsames Singen (gegenseitige Übertragung) z.B. auf Video-Chat-Platformen würde man mit unterschiedlichen Laufzeiten (Latenzen) im Streaming eh nicht zusammenbringen, die Qualität ist das zweite Problem und ob das Bild vom Chorleiter wirklich nützt, ist auch fraglich. Viele Chormitglieder werden ein Smartphone benutzen, ein etwaiges Dirigat bei gleichzeitigem Blick in die Noten kann man sich wohl eher schenken.
Daher kommt man bei genauem Nachdenken auf eine Art Internet-Radio.

Kostenlos und auf dem eigenen PC

Ganz einfach und kostenlos geht das auf dem heimischen PC mittels eines IceCast Servers, den man dann aber aufsetzen muss. Eine Portweiterleitung (üblicherweise 8000) auf den PC und eine feste Adresse des eigenen Routers (z.B. bei FritzBoxen über myfritz.net) ergibt dann eine Stream-Adresse, die man auf einer Webseite einbindet, nämlich als <audio> Element. Diese Webseite ist der Ausgangspunkt für die Chormitglieder.

Externe Server mieten

Besser ist natürlich das Anmieten eines Servers. ShoutCast ist der bekannteste, aber die Preise bewegen sich außerhalb üblicher Chor-Budgets und eine monatliche Bezahlung ist wenig attraktiv. internet-radio.com hat eine Pay-as-you-go Variante, damit kauft man GB einmalig, und kann sie verbrauchen.

Wir haben übrigens beide Varianten erfolgreich getestet.

Hat man den IceCast Server (extern oder intern) laufen, muss man ja noch die Audiosignale an den Server schicken ("Mounting"). Dazu kann man z.B. eine DAW Anwendung benutzen und baut ein VST Plugin ein (z.B. ShoutVST), welches den Master-Bus direkt an den IceCast Server schickt. Seine eigene Stimme spielt man per Monitor in den Mix ein, recht einfach schließt man auch ein E-Piano per MIDI an und mixt es dazu.
Alternativ übergibt man mit einem Hardware-Mixer das Mastersignal an den PC und sendet dieses dann per Software (z.B. Butt) an den IceCast Server. Unsere online-Proben machen wir mit dem LiveTrak L-8 von ZOOM.
Wenn man die Software JamKazam verwendet, kann man von dort direkt an die Adresse von internet-radio.com streamen. Hat man ein Digitales Piano, das man bei JamKazam auch per MIDI und Virtuellem Instrument einbinden kann, so braucht man nur diese einzige Software und stream den fertigen Mix via Internetradio an die anderen Chormitglieder.

Datendurchsatz

Variante 1, mit dem eigenen PC Streamen: Bei einer 50Mbit Leitung, kann man dem ganzen Chor einen Stream mit 44,1 kHz und 128kBit/s locker anbieten. Die Anzahl der aktiven Benutzer sieht man auf der Web-Oberfläche des IceCast Servers.
Selbst mit dem eigenen PC ist eine 2-stündige Probe in kontinuierlich hoher Qualität ohne Abbrüche oder Schwankungen für knapp 40 Chormitglieder ohne Probleme möglich.
Variante 2, Streamingserver mieten: Hier wird man die "Total Listening Hours" berücksichtigen müssen. Es gibt immer gewisse Unsicherheiten: Wie lange bleiben die Chormitglieder drin, müssen sie sich neu einwählen... Unsere Erfahrung: Für eine 2-stündige Probe mit knapp 30 Mitgliedern (und 44,1 kHz und 128kBit/s) verbraucht man 3 GB. Möglich sind 320 kBit/s, das ist dann fast CD-Qualität.

Urheberrecht?
Ein online-Radio (Webradio) ist ja öffentlich. Also sind GEMA Gebühren fällig. Das ist aber recht einfach gelöst, da wir mit unseren Hörerzahlen und der äußerst begrenzten Sendezeit unterhalb allen Grenzen bleiben, zahlt man knapp 35 EUR für 1 Monat. Das Formular ist in 3 Minuten ausgefüllt.
Chöre im Chorverband können die Proben anmelden und zahlen keine Gebühren.

Videokonferenz

Im Anschluss möchte sich der Chor bestimmt austauschen. Ein Jitisi-Videokonferenz-Server kommt ohne Installation auf dem eigenen PC aus, man besucht eine Webadresse und gibt Kamera und Mikrofon im Browser frei. Aus datenschutz-rechtlicher Sicht eine feine Sache: ohne Teams, Skype und Zoom geht es auch, und sogar besser. 25 Chormitglieder von can carmina sind da jede Woche online.

Fragen?

Unser Chorleiter ist Geschäftsführer der dawesys GmbH. Gerne können Sie über die dortigen Kontaktmöglichkeiten weitere Details erfragen.
Wenn Sie bei dem Absatz "Technik" nicht nur Bahnhof verstanden haben: Wir haben einen externen IceCast Server aufgesetzt, wir können auch einen Zugang (gegen eine geringe Gebühr) vergeben, wenn Sie das Audio-Signal z.B. per Butt liefern. Über ein paar HTML Schnipsel auf Ihrer Webseite könnten Sie den Chormitgliedern dann ein Radio-Player anbieten, siehe unsere Seite radio.cancarmina.de

Nächste offene online Probe und Infos:
radio.cancarmina.de


 

Aktuelles

Wir proben ab Mitte September im Gemeindehaus der Ev. Kirchengemeinde Babenhausen.

Demnächst

Unser nächster Termin
Do., 30.9.2021 19:30
Probe
(Gymnasium am Waldhof, Waldhof 8, 33602 Bielefeld)
Alle Termine

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